Diesen Satz kann man in so viele verschieden Varianten ernst nehmen. In der Familie, wenn man sich entfremdet - freundschaftlich oder in der Liebe.
Ich nehme alle 3 Varianten, aber nur über eine schreibe ich - die Liebe. Auf die anderen werde ich bei Gelegenheit eingehen, aber heute möchte ich meinen Kopf vom Thema 'Liebe' entlasten.
Ich kam mir fremd vor, in meiner eigenen Beziehung. Lag es an mir, oder an ihm, oder an uns beiden? Müsste ich hier eine ernsthafte Antwort geben - ich wüsste es nicht, beim besten Willen nicht. Fünf Jahre sind lang, für manche, für mich.
Wann genau das 'uns' Risse bekam, dass weiß ich nicht. Aber sie sind präsent und nicht zu leugnen.
Es gibt 2 Menschen, die wirklich wissen wer hinter 'Tim' steckt, aber auch sie haben keine Ahnung wie es sich anfühlt, wie ich fühle.
Ich bin nicht alleine, wenn ich sage 'Ich liebe diesen Mann', oh, dass bin ich wirklich nicht, aber keiner hat auch nur eine Ahnung wie es ist von diesem Mann geliebt zu werden. Die Worte dazu fehlen mir, keines wäre gut genug um zu beschreiben wie es ist, was ist es, was es mit mir gemacht hat.
Hätte ich von Anfang an gewusst, wie es gewesen wäre in dieser Beziehung, ich hätte vermutlich das Weite gesucht, hätte darüber gelacht, doch dazu ist es zu spät.
Wann habe ich angefangen ihn zu mögen? Selbst darauf hätte ich keine Antwort, es war einfach so, irgendwann.
Zwischen vielen Tief's und sehr wenigen Hoch's habe ich gedacht es wär' perfekt. Vermutlich war es das nie...ich war einfach zu naiv um zu sehen das nichts an uns perfekt war. Nicht mal ein bisschen.
Die Gespräche wurde alltäglich, die Telefonate, die Sms'n, die Messenger-Nächte. All das war für mich selbstverständlich, und wenn wir uns mal sahen dann war es schön. Es ging gut, ein Jahr - zwei Jahre - drei Jahre - und im vierten fingen wir an zu streiten - oft, laut, und dann schwiegen wir.
Er war zu stolz, und ich zu stur.
Irgendwann habe ich vergessen an mich zu denken. Wer war ich, bevor diese Beziehung anfing? War ich zu naiv? Wer war das Mädchen das nicht an die Liebe geglaubt hat. Auf einmal war da Liebe. Von jetzt auf gleich.
Jetzt, am Ende dieser Beziehung, die wohl nun mehr als entgültig ist, weiß ich nicht wer ich bin. Wer bin ich schon, wenn keiner mehr an 'uns' glaubt.
Vielleicht nahm ich alles nicht so ernst, vielleicht hätte ich es mehr schätzen sollen, vielleicht...
Würde man die Liebe mit einem Feuer vergleichen, wäre jetzt der Punkt zu sagen 'Und jetzt ist selbst die Glut erlischt'.
Irgendwann brannte es, und irgendwann wurde aus einem Funke ein Feuer, aus dem Feuer die Glut, und selbst das haben wir nicht mehr geschafft zu retten. Es war nicht meine Schuld, und auch nicht seine. Wir hatten beide Schuld das dass 'uns' auf der Strecke blieb. Oder war es einfach nur die immer präsente Entfernung, die uns auseinander riss?
Und doch habe ich es nicht bereut, hätte ich vor Monaten noch für Wochen geweint, so weiß ich das diese Zeit nicht umsonst war. Ich bereue nichts, nicht mal das kleinste bisschen das geschah.
Es war gut so, und es ist gut. Ich blicke zurück auf eine Zeit, die ich mit niemand anderem hätte erleben möchten. Und auch wenn wir uns jetzt fremder denn je sind, wir uns nicht mehr sehen, und wir schon bald ein letztes mal 'Lebewohl' sagen, so weiß ich das dass, was ich erlebt habe Liebe war.
Auf diese 5 Jahre blicke ich zurück in Form von Fotos und Videos, sämtlichen Chat-Verläufen, und mit einem Lächeln, und ein paar Tränen.
Ich werde sein Leben weiterverfolgen, nur als eine von vielen, und doch wird es immer ein bleiben.
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