Häßlichkeit war dazu geschaffen, dass man sie in Schönheit verwandelt; traurige Menschen gehörten glücklich gemacht, und bei alldem hatte man Mister Gott als verläßlichen Partner. Die Bibel beispielsweise, brauchte man dazu überhaupt nicht. Die Botschaft war einfach, und jeder Halbidiot konnte den Inhalt der Bibel in bestenfalls dreißig Minuten kapieren. Religion war dazu da, dass man etwas tat, und nicht, um darüber zu lesen, was man tun könnte.
Sie sagte: "Fynn, du hast mich lieber als irgendwer sonst, und ich hab dich auch lieber als irgendwer sonst. Aber mit Mister Gott ist das anders. Siehst du, Fynn, Leute lieben von außen rein, und sie können von außen küssen, aber Mister Gott liebt dich von innen drin und kann dich von innen küssen, darum isses anders. Mister Gott is nich wie wir, wir sind bloß ein bisschen wie er. Aber nich sehr viel."
Es war eine helle Einsamkeit hinter diesen verheulten Augen eines fünfjärigen Mädchens. Gott hatte den Menschen geschaffen nach seinem Bilde, nicht nach seinem Aussehen, nicht nach seiner eigenen Statur, nach Händen, nach Füßen, Nasen, Ohren, sondern nach seinem Inneren. Nicht der Teufel macht den Menschen zu einer einsamen Kreatur, es ist die Gottähnlichkeit, die ihn einsam macht.
Was aber uns betraf, so wollten wir Gott doch sehen und verstehen und ihm möglichst noch gleichen, und deshalb mussten wir hinzufügen, Gott ist leer. Nicht wirklich leer natürlich, sondern leer, weil er alles, aber auch alles annahm und nicht zurückgab. Schwierig, was?
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